2012-01-19

Alltag-Routine und doch immer wieder etwas Neues

Ich habe nichts besonderes gemacht in den letzten Wochen, darum auch nicht berichtet. Aber mir geht es gut, keinen Grund zur Sorge (-; .

Seit Montag haben wir eine neue Empleada, die fuer uns kocht und alles sauber macht. Das ist vielleicht seltsam, denn sie wohnt sogar bei uns. Es ist eine waschechte Cholita. Fuer mich ist die Situation ein bisschen komisch, denn ich weiss nicht, ob ich Vertrauen zu ihr haben kann (und mir fehlt das Putzen).

Sie war vor gut einem Jahr schwanger. Auch wenn man das bei den Cholitas hier zu Lande aufgrund ihres Bauchumfanges nicht so sehr erkennt (-; Aber niemand weiss, wo das Baby abgeblieben ist. Es ist wahrscheinlich, dass sie es verkauft hat.

Tja, und was soll man ueber so eine Person denken? Natuerlich bin ich nicht in ihrer Situation. Ich hatte noch nie gravierende Geldnot und schwanger war ich auch noch nicht.
Aber wenn ich mich in die Situation einer Mutter hineinversetzen wuerde, was ich mit mittlerweile aufgrund meiner Arbeit im Eguino schon vorstellen kann, schockt mich so eine Entscheidung.

Doch wie viele Muetter gibt es hier, die genau diesen Schritt gehen; ihre Kinder weggeben und sie an andere Haende ueberlassen. Wie kann man soetwas mit seinem Gewissen vereinbaren?

Am vergangenem Freitag sind wir in nach Huajilla gefahren, wo sich das Kinderdorf von ALALAY befindet. Eine Frau von der Strasse hat und begleitet. Schwanger und bereits mit zwei kleinen zauberhauften Toechtern. Sie wollte schauen, wie es in dem Kinderdorf aussieht, denn sie kann nicht weiter ihren Kindern Unterhalt gebieten. Sicherlich hat das Gelaende einen guten Eindruck auf sie gemacht. Es ist gruen, warm, mitten in den Bergen, es gibt einen Menge Platz und alle waren nett und fuersorglich. Doch zwischendurch habe ich sie beobachtet, wie sie zu ihren Toechtern schaute und ihr Gesicht nur noch Traurigkeit ausstrahlte.

Ich moechte niemals in so eine Situation geraten und ich habe Respekt vor den Muetten, die diese Entscheidung treffen, weil sie wissen, dass es ihnen in den Kinderheimen besser gehen wird.

Aber eins ist klar, diese Entscheidung bleibt nicht nur in den Herzen der Muetter, sondern auch in den Koepfen der Kinder.

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