2011-12-11

Verdammte Polizei

Es ist kaum zu glauben, aber leider wahr. In diesem Bericht werde ich davon erzählen, wie die Polizei auch auf der anderen Seite stehen kann.
Die Woche begann mit dem fabrikartigen Einpacken von Weihnachtskuchen in Pappverpackungen, um sie zu verkaufen. Gut 2500 Panetónes ließ ALALAY herstellen. Noch dazu 2000 Weihnachtskarten, Uhren und Weihnachtsengel im Stil von Cholitas.
Das Geld aus dem Verkauf soll für das neue Schuljahr verwendet werden, ich hoffe, dass es auch wirklich so ist.
Im Projekt bin ich nachmittags mit den Jungs ins Internetcafé gegangen; das war wirklich süß, denn gerade sind meine 13-15 Jährigen „Machichos“ dabei, sich bei Facebook anzumelden. J
Dienstag war ich dran, die Weihnachtsdinge für ALALAY zu verkaufen. José, mein Gastcousin, hatte auch seinen 23. Geburtstag. Also haben Marianna und ich einen Maulwurfskuchen gebacken- war besser als der letzte.
Beim Familienabendessen kam meine Gastmutti jedoch viel später. Sie hatte angerufen, unter Tränen, und gesagt, sie sei im Gefängnis.
Der Grund dafür war nicht, dass sie verhaftet wurde, ganz im Gegenteil. Am Dienstag wurde aufgedeckt, dass dutzende Personalausweise dort im Gefängnis illegal mit ihrer Unterschrift hergestellt wurden (Veronica ist die Chefin des Ministeriums von der Region La Paz, was diese Personalausweise an die Bevölkerung herausgibt-damit steht ihre Unterschrift auf jeder dieser Identitätskarten).
Als das wenn das noch nicht schlimm genug wäre, muss jetzt noch über den Grund dieser illegalen Herstellung schreiben. Offensichtlich produziert die Personalausweise die Polizei dieses Carcels mit falschem Namen und Daten, um damit in diesem Fall 12 bis 15 jährige Mädchen von den Dörfern nach Argentinien zu schicken. Insgesamt waren es 15, die von diesem grausamen Menschenhandel betroffen waren. Jede hatte denselben Namen- was den gefälschten Personalausweis betrifft.
Solche Fälle waren das, wovor ich am meisten vor meinem Auslandsjahr Angst hatte – die Korruption. Es scheint, als könnte man nichts dagegen tun. Die Zeitungen schreiben nichts darüber und auch meine Gastmutti meinte, sie könnte nichts dagegen unternehmen. Man fühlt sich einfach verdammt hilflos.
Bei einem Seminar für Straßenarbeit hat ein Freund von mir erfahren, dass die Polizei eine von den drei Gruppen ist, die am meisten von AIDS betroffen sind. Ich denke, man kann sich selber ausmalen, woher sie die Krankheit haben…

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