2011-11-20

Lianen, Palmen und wahrscheinlich eine Menge Spinnen - zum ersten Mal im Jungel

Drei Monate sind vergangen, seitdem ich mit dem Flieger mein Auslandsjahr in Bolivien startete. Die erste Woche verbrachten alle Freiwilligen zusammen in Las Yungas; eine Woche zur Vorbereitung auf das Neue- alle hatten zugegebener Massen ziemlich Angst.
Jetzt haben wir uns am vergangenem Wochenende alle wiedergesehen. Alle machten definitv andere Erfahrungen in ihren ersten drei Monaten. Und jeder hat unterschiedliche Arbeitsbedingungen; einige arbeiten drei Stunden am Tag wenn es hoch kommt, wiederum andere zwoelf Stunden. Veraendert hat sich jedoch keiner wirklich. Ich hatte den Eindruck, dass alle mit Bolivien zufrieden und gluecklich sind. Doch beim Erfahrungsaustausch ist uns mal wieder aufgefallen, wie unterschiedlich das Land ist.
Die Leute aus Sucre haben medianes Klima, nicht zu warm und nicht zu heiss. Das sieht in Santa Cruz ganz anders aus. Dort gehen die Freiwilligen gewoehnlich nicht zu Fuss, wenn sie irgendwo hin moechten. Sie fahren immer mit Minibussen oder Taxen, weil es einfach viel zu heiss ist.
Wir aus La Paz haben, finde ich, das beste Los gezogen. Mittags ist es zwar warm, aber nachts wird es sehr kalt- wie zu Hause. (-:
Das Zwischenseminar fand in der Region Cochabamba statt. Dort gibt es Jungelgebiete, mit vielen Fluessen und das Klima ist super heiss.
Es war ein sehr schoenes Wochenende. Auch wenn ich davor zugegebener Massen viel Angst davor hatte, einer ekeligen Spinne zu begegnen, war der Jungel wunderschoen.
Wir haben in Fluessen gebadet, die so aussahen, wie bei uns die Schwimmhallen mit Steinen aus Plastik, wie zum Beispiel im Center Parcs. Wir gingen in Hoehlen mit tausenden Fledermausen, haben frisch vom Baum gepflueckte Bananen gegessen und sind von einem 18 Meter hohem Turm aus geschaukelt.
Am Sonntag Nacht ging es dann allerdings wieder zurueck und ich habe den Fehler gemacht, einen Hamburger, der auf der Strasse verkauft wurde, zu essen. Das bescherte mir drei Tage eine Mageninfektion, so dass ich nicht zur Arbeit gehen konnte. Aber dafuer kenne ich jetzt das bolivianische Fernsehprogramm.
Die meisten Serien und Filme kommen aus Amerika, es gibt auch Sender die Sony oder Warner Bras heissen. Ich war allerdings sehr erschrocken. In den drei Tagen habe ich nicht eine Reportage gesehen, keine Dokumentation und keine Nachrichten. Es gibt auch den Sender CNN, allerdings auf Englisch. Ich frage mich, ob die Menschen einfach kein Interesse an Bildung in Form von zum Beispiel Dokumentationen haben oder die bolivianische Regierung das einfach nicht moechte.
Schaut man in die Zeitung, sieht man nichts weiter als die neuesten Meldungen in Bolivien, was Evo Morales vielleicht gerade gestern wieder fuer die Campesinos versprochen hat. Und hoechstens das, was in Chile, Peru oder Argentinien, also in den Nachbarlaendern, passiert ist.
Dass Gaddafi gestorben ist, haben die Bolivianer nicht erfahren. Oder was gerade in NY passiert.
Ich habe mich mit dem Psychologen vom Eguino darueber unterhalten. Er meinte dazu, dass wenn man ueber das Weltgeschehen informiert sein moechte, man im Internet nachlesen muss. Eine andere Moeglichkeit gebe es nicht.
Das verstehe ich nicht. Aber auf der anderen Seite; erhalten wir Informationen aus Suedamerika in Europa? Wusstet Ihr zum Beispiel, dass vor gut zwei Jahren hier aufgrund eines heftigen Regenschauers 60 Menschen starben und hunderte obdachlos wurden?
Ich habe es nicht gewusst.
Aber zum Glueck gibt es das Internet und ich habe es auch zu Hause. Und damit ist es jedem selber ueberlassen.

Parque Nacional Carrasco
Jetzt werde ich Cookies backen fuer unsere Organisation um sie zu verkaufen. Das ist wirklich ein "Koch-/Backwochenende", ich habe gestern mit meiner Tante zusammen das Mittag zubereitet. Sie war fuer die Hauptmahlzeit zustaendig und ich fuer die Nachspeise. Ich habe Apfelmus gekocht, hat ihnen gut geschmeckt! Vielen Dank Mutti und Omi (-;

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