Seit genau 20 Tagen bin ich jetzt wieder im Lande, zurück in der kleinen Kleinstadt Neubukow. Zumindest physisch anwesend. ;-)
Am Donnerstag, den 29.08. kam ich in Hamburg am Flughafen an. Meine Eltern empfingen mich direkt am Ausgang mit einem großem Begrüßungsschild. Doch nicht nur sie, sondern auch zwei "junge Männer", dich ich im ersten Moment gar nicht erkannte. Nach einer kurzen Zeit realisierte ich, es handelte sich um meine beiden Cousins! Das war wirklich sehr merkwürdig. Aber die beiden sind innerhalb des Jahres so in die Höhe geschossen, dass ihre Gesichter einfach nicht mehr in meinem normalem Sichtfeld liegen. ;-)
Dann ging es weiter nach Hause. Am Ortseingang Neubukows standen zwei meiner besten Freundinnen, Wiebke und Tini, ein Plakat mit der Aufschrift "Welcome Home" in den Händen haltend. Es hatte mich wirklich sehr gefreut. Doch die Überraschungen waren damit noch nicht beendet. Als wir auf den Parkplatz vor unserem Haus fuhren, sah ich die ganze Familie versammelt, die auf mich warteten. Damit verschwand meine gesamte Müdigkeit. Mutti und Vati hatten auch noch Häppchen bestellt. Und damit war der Abend nahezu perfekt: Zusammensein mit der Familie und noch dazu Schwarzbrot, Butter auf dem Brot, Kohlrabi nach einem Jahr und guter deutscher Käse. Sensationell ;-)
Dieses Willkommenheißen war wirklich sehr schön. Doch zugegebenermaßen wollte ich nicht gerne den Hamburger Flughafen, und damit den symbolisch internationalen Raum, verlassen, um Deutschland wieder zu betreten. Es kostete mich sogar sehr viel.
Deutschland im August 2011 zu verlassen, viel mir nicht so schwer, wie aus Bolivien zu gehen, da es ein Abschied für immer darstellt. Natürlich kann ich La Paz, meine Gastfamilie, die Jungs aus dem Heim und meine Freunde vielleicht in drei Jahren wieder besuchen. Doch das Leben, welches ich dort führte, werde ich in der Form nicht wiederhaben. Und noch dazu ist es realistisch gesehen nicht möglich, alle Personen, die ich gerne wiedersehen wollen würde, in drei Jahren wieder anzutreffen, nicht wahr?
Ich war bereits auf dem Rückkehrseminar in Berlin, mit ungefähr 40 anderen Freiwilligen, die überall auf der Welt ein FSJ absolvierten.
Es fühlte sich bei allen ungefähr gleich an. Alle sind zwar zurück, aber irgendwie doch noch nicht angekommen. Es ist sehr unreal, ich bin zum Beispiel wieder in meinem alten Trott, doch diesen Trott kann ich eigentlich so nicht weiterführen, weil ich so viel in diesem einen Jahr erlebt habe, was ich nicht vergessen möchte.
Doch in der Zwischenzeit hat sich für mich nach vielen Bewerbungsgesprächen und langen Zugfahrten von Hamburg nach Berlin etwas Neues ergeben (darum auch der überaus verspätete Blog-Eintrag). Ich werde am 01.10. ein duales Studium in Kooperation mit dem Unternehmen Service-Bund (www.servicebund.de) beginnen. Die Theoriephase findet in Hamburg statt und die Praxis in einem Standort dieses Verbandes.
Sollte es etwas Neues aus Bolivien geben, werde ich schreiben.
Meldet euch bei mir, falls sich während des Jahres jemand dazu entschieden hat, eine Patenschaft für ein Kind, dass sich in der Obhut ALALAYS befindet, zu übernehmen. (-;
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen