Die Mädchen aus dem anderen Heim ALALAYS sind zu Besuch. Der Tisch ist gedeckt mit Kuchen, Torte, Bunelos (eine bolivianische Spezialität ähnlich wie Mutzen), Donuts und Kakao. Sogar eine andere Tischdecke wurde aufgedeckt.
Alle warten gespannt auf die Worte Diegos, einem 19-Jährigem Jungen, der nun die Chance hat, seinen Traum zur Wahrheit werden zu lassen.
Unter Tränen dankt er allen, seiner Familie ALALAY und wünscht allen das Beste. Er entschuldigt sich bei einigen Mitbewohnern für vielleicht nicht immer korrektes Verhalten. Und zum Schluss wünscht er sich, dass sich sein Traum erfüllt - er für acht Monate in Österreich studieren kann.
Am Donnerstag fliegen er und ein paar andere Mädchen ALALAYs nach Europa, um in Linz zusammen mit der Wiender Philharmonie aufzutreten. Die Mädchen und Diego spielen zusammen in einem Orchester.
Doch für Diego ist dies nicht alles. Er wird drei Monate länger in Österreich bleiben, um für die Aufnahmeprüfung der Musikuniversität zu üben. Sein Traum ist es, Violinenspieler zu werden und ich bin mir ganz sicher, dass er das Studium an dieser Universität kriegen wird.
"Etwas anderes als Kunst kann ich nicht", sagte er bei seiner Abschiedsrede (was ich für eine Lüge halte). "Aber ich weiß, dass dies mein Weg sein wird."
Wir sehen ihn also dann in 20 Jahren als Geiger der Wiener Philharmnonie spielen (-;
Um die Geschehnisse des letzen Blogeintrages weiterzuführen-wir arbeiten nicht mehr mit der Gruppe des Prados. In einem Meeting beschlossen wir, keine Straßenaktivitäten mehr mit ihnen durchzuführen, sondern nur noch einzelnt mit ihnen zu arbeiten. Ich halte dies für eine sehr gute und vor allem effektievere Lösung, denn somit kann die Hilfe individueller angesetzt werden. Zum Beispiel müssen einige ins Krankenhaus aufgrund von Schwangerschaft oder Krankheit, andere sind auf der Suche nach einem Zimmer oder wiederum andere möchten Arbeit finden. Natürlich sind nicht alle der Gruppe ambitioniert ihrere Situation zu verbessern. Und immernoch würde niemand von ihnen in ALALAY eintreten und seine Freiheit verlieren.
Ich war allerdings niemals an dem Punkt, aufzugeben. Ich wollte in dem letzten Blogeintrag nur erklären, wie die Situation zwischen den Hilfsorganisationen und Straßenkindern aussieht. Dass sich die Situation insofern verändert hat, dass nicht alle ein Zuhause suchen, sondern viele das Leben auf der Straße bewusst aussuchten.
Zudem ist zu sagen, dass ihre Abhängigkeit vom Kleber, ganz klar eine Drogenabhängigkeit, den gesamten "Verbesserungsprozess" sehr erschwert und man in vielen Fällen eigentlich eine Entzugskur ansetzten müsste.
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