Ich glaube viele Menschen verbinden mit Bolivien eine Art Unverstaendnis. Es ist ein anderes Land, mit einer voellig anderen Kultur, Politik, einem anderem Klima und was sonst noch dazu gehoert.
Ich bin hier in dem Land zu Gast. Zur Zeit in La Paz, der anscheinend groessten Stadt. Es ist eine grosse Umstellung - von Neubukow (3000 Einwohner) zu La Paz (1.2 Mio). Manchmal fuehle ich mich ein bisschen verloren und vor allem dann, wenn ich mich frage: Wieso kann das so sein?
Auf der Strasse findet man massig Cholitas. Das sind bolivianische Frauen, die noch der traditionellen Kultur angehoeren und auch die typische Tracht tragen. Es scheint, dass viele von ihnen genauso gut nicht zu La Paz passen , wie ich noch im Moment. Ihre Heimat ist in den meisten Faellen die Natur- die Berge. Jetzt sieht man diese Frauen auf den Strassen von La Paz. Es gibt einen Teil, der bettelt. Aber auch eine Menge, die Dinge verkaufen. Allerdings stehen ihre Geschaefte dicht an dicht und jede verkauft dasselbe. Ich sehe nur wenige Leute, die von ihnen etwas kaufen. Ich habe keine Ahnung, wie sich das rentiert und wie diese Frauen ueberleben koennen.
(Allerdings sind das nicht alle.Ich habe auch schon viele gesehen, die in oeffentlichen Einrichtungen usw. arbeiten.)
Es ist einfach unglaublich, was fuer Gegensaetze die Stadt verbirgt. Gestern waren wir auf einem Markt am Stadtrand, um Obst und Gemuese von Cholitas zu kaufen. Viele Strassen dort waren nur aus Schotter und Sand. Die Staende der Cholitas sind meistens nur mit Planen bedeckt gewesen. Sie befinden sich direkt an der Strasse, welche bergauf zu den Bergen fuehrt. Auf der Strasse fahren LKW´s mit ganz vielen Leuten darauf, die vielleicht wieder zurueck nach El Alto fahren, eine Stadt in der Naehe von La Paz, wo die meisten Landfluechtlinge leben.
Mit unseren Fruechten im Gepaeck fuhren mein Gastvater Leo und ich wieder zurueck in die Innenstadt in ein Einkaufcenter mit einer riesigen Glasfassade, mit um die 10 Kinosaelen, Subways und einem vierstoeckigem Parkhaus.
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