2011-09-07

Ich befinde mich gerade im "Instituto Identificacional" im Zentrum von La Paz. Ich sitze gerade oben in der Chefetage- aber nicht, weil ich dort arbeite, sondern meine Gastmutti. Sie ist die Chefin von diesem Institut. Meine Gastfamilie scheint wirklich etwas ziemlich besonderes zu sein. Ich erfahre eine krasse Geschichte nach der anderen. Aber zu den dazu komme ich ein anderes Mal.

Es ist total seltsam, wenn man die laendliche Gegend "Las Campas" mit La Paz vergleicht. Das Vorbereitungsseinar vergangene Woche war in einem Hotel mitten in der Natur. Die naechste Stadt befand sich eineinhalb Stunden Fussmarsch (wir haben es ausprobiert) bergauf entfernt. Von La Paz aus waren es dreieinhalb Stunden Busfahrt. Und die hatten es in sich...
Vielleicht ist dem einen oder anderen die Calle De Muelta bekannt. Uebersetzt bedeutet es Todesstrasse. Sie galt einst als die gefaehrlichste Strasse der Welt. Das bedeutet steile Hange ohne Absicherung, Schotterweg, Steine, die von den Haengen auf die Strasse fallen und eine Breite, auf der eigentlich nicht zwei Autos nebeneinandern vorbeifahrne koennen. Aber keine Angst- die sind wir nicht entlang gefahren :-) Wir waren auf einem Abzeig von dieser, also so gefaehrlich war es nicht bei uns.
Das Seminar war sehr schoen, weil alle sehr entspannt und nett sind. Wir waren ungefaehr 20 Leute. Neben 11 Deutsche kamen auch 3 aus GB, eine aus Schweden, eine aus Norwegen, einer aus Finnland und eine Franzoesin. Und einer aus Wien war auch dabei. Die Betreuer sind super nett und hilfsbereit. Ich fuehle mich wirklich gut aufgehoben.

La Paz durchschaue ich noch nicht so sehr, aber es erinnert mich ziemlich an Istantbul. Meine Familie sucht sich gerade eine neue Wohnung, wir werden also bald umziehen und zwar weiter in das Zentrum. Das ist sehr gut, denn meine Arbeitsstaette, das Kinderheim "Alalay", befindet sich auch in der Down Town. Erst nahm ich an, dass es in El Alto waere, aber das ganze Kinderheim ist umgezogen. Ehrlich gesagt zu meinem Glueck, denn El Alto ist wirklich ein hartes Pflaster. Ich moechte damit nicht verallgemeinern, doch wenn man Einheimische zu der Stadt befragt, sagen alle, dass es gefaehrlicher ist, als La Paz.

Wann ich anfange zu arbeiten, steht noch nicht fest. Ersteinmal bekomme ich noch Spanischunterricht, den ich auch wirklich noetig habe. :-)

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen