Wiedermal sind die Tage wie im Fluge
vergangen.
Zugegebenermaßen war es eine sehr aufregende
Woche und das lag vor allem an dem Fall Blanca.
Am Donnerstag ist sie 18 Jahre alt geworden
und wir beiden hatten uns verabredet, um einen Schwangerschaftstest im
Krankenhaus zu machen. Als Geburtstagsgeschenk erhielt sie ein positives
Resultat.
Man könnte meinen, es sei etwas Gutes, jedoch lebt Blanca zusammen
mit ihrem Freund in einem kleinem Zimmer zusammen mit der Schwiegermutter und befindet sich tagsüber auf der Straße.
Bereits mit 15 Jahren bekam sie ihr erstes Kind, doch die Defensoria, die hier
so etwas wie das Jugendamt darstellt, nahm es ihr zu Recht aufgrund ihres
Kleberkonsums weg.
Blanca weinte, als sie die Resultate erhielte,
denn eigentlich wollte sie ihren ersten Sohn wieder zurück haben. Sie konsumiert nicht mehr. Mit der
erneuten Schwangerschaft standen die Chancen allerdings schlecht.
Wir gingen alle Möglichkeiten durch:
Abtreibung, das Baby behalten und groß ziehen oder das Baby bekommen und zur
Adaption aufgeben.
Ich habe ehrlich gesagt versucht, sie von
einer Abtreibung zu überzeugen, denn das Leben, das dem Baby bevorstehen würde,
wäre kein leichtes. So viel steht fest.
Als wir uns am nächsten Tag wiedertrafen,
teilte sie mir mit, dass sie das Baby behalten wollen würde. Ihr derzeitiger
Freund möchte ein Baby mit ihr und sie könnte es nicht mit ihrem Gewissen
vereinbaren, ein Lebewesen zu töten, was ich voll und ganz verstehen kann.
Nur wenn ich ganz praktisch und rational darüber nachdenke, hat mich ihre
Entscheidung traurig und sogar ein bisschen wütend gemacht.
Andererseits sollte man das Ganze auch aus
ihrer Sichtweise betrachten. Sie hat schon einmal ihr Kind verloren und möchte
es jetzt einfach gut machen.
Und es gibt Familien, die auf der Straße
leben, Kinder haben und diese auch zur Schule gehen und gute Noten nach Hause bringen.
Was mich nur traurig stimmte war der Fakt,
dass sie ihren jetzigen Freund nicht liebt und er sie nicht gut behandelt.
Blanca und ich haben schon darüber
nachgedacht, dass sie ihren Freund einfach zurücklässt und in Heim für junge,
schwangere Mädchen geht. Ich hoffe, sie ist stark genug um diesen Schritt
machen zu können.
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