2011-10-02

Einen Tag nur im Bett verbracht-das muss man erstmal schaffen : )

Gestern ging meine erste Arbeitswoche zu Ende. Ich habe viele verschiedene Menschen erlebt, gute und schlechte Erfahrungen gesammelt und die unterschiedlichsten Sachen gegessen. Und jetzt liegen ich mit einem Magen-Darm Effekt im Bett. Ich habe nur darauf gewartet, dass es bei mir auch kommt, denn die anderen Freiwilligen hatten es alle schon. Es ist hier sehr einfach, sich mit Bakterien zu infizieren. Wenn ich beispielsweise in meinem Projekt esse, ist das Geschirr meistens noch ein bisschen dreckig und das Wasser, mit dem gepspült wird, müsste davor auch eigentlich abgekocht werden. Aber den Mägen der Einheimischen machen diese Bakterien nichts aus. Ich hoffe, dass ich mit diesem Effekt dann auch daran gewöhnt bin.
Mein erster Arbeitstag im Projekt, Mittwoch, war nicht sehr gut. Alle Kids waren krank und fast kein Personal im Haus, weil ganz La Paz gestreikt hat, um die Tipnis zu unterstützen. Deswegen musste ein Junge (~18 Jahre) fuer alle kochen. Und wir sind 36 im Haus. Ich fande es aber sehr lecker.

Am Donnerstag machten wir am Nachmittag etwas Kreatives. Jeder malte seinen Handabdruck und die haben wir später im Haus aufgehängt. Das war sehr schön und produktiv, denn ich finde das Haus ziemlich kahl und irgendwie auch ungemütlich. Wir haben 3 Jungs im Haus, die noch nicht zur Schule gehen. Das bedeutet, sie bleiben den ganzen Tag im Haus, und haben gar keine Möglichkeit, etwas von der Außenwelt zu sehen.
Deshalb wollten wir gestern in den Park, was sich aber als eine  nicht so gute Idee rausgestellt hat. Es waren nur fünf Jungs, aber Amalie (eine Dänin, die für 4 Monate bleibt) und ich konnten die Kids nicht zusammenhalten. Sie haben sich auf der Straße geprügelt, sind vorgelaufen, hinten dran geblieben und so weiter. Also werden wir nicht so schnell wieder in den Park gehen. Ich habe mich da ehrlich gesagt überschätzt. Ich dachte, sie freuen sich einfach, dass wir raus gehen. Aber sie haben ganz schnell gemerkt, dass Amalie und ich die Sprache noch nicht so gut können.: )

Was auch noch zur unserer Arbeit gehört, ist freitags die Köchin auf den Markt zu begleiten, um für die folgende Woche einzukaufen. Das war so schön. Alle, die etwas verkaufen wollten, saßen auf der Straße und jede Gasse war für etwas Bestimmtes vergesehen, zum Beispiel eine für Gemüse oder eine für Obst. Aber zu aller erst mussten wir Fleisch kaufen. Und dafür gab es sogar eine kleine Halle, das heißt ein Raum nur mit Fleisch. Und was ich da nicht alles gesehen habe... echt ekelig. Haut vom Schwein und Pfoten, Mägen und Schweinepopos. Mann oh Mann, zuerst konnte ich ehrlich gesagt nur auf den Boden gucken und es mit Schal vor meiner Nase aushalten. Aber irgendwann habe ich mich dran gewöhnt.


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